Zurzeit arbeite ich am Schluss des literarischen Kriminalromans In falschen Händen bzw. am Beginn des Nachfolgeprojekts Nichts zu verlieren.
In falschen Händen: Jakob Jäger, Langzeitstudent der Philosophie, macht sich im Auftrag eines in Bedrängnis geratenen Museumsdirektors auf die Suche nach dem Bild Junger Feldhase von Albrecht Dürer, das aus der Sammlung Albertina in Wien geraubt wurde. Diese Suche führt ihn nach Prag und Triest und schließlich wieder zurück nach Wien, und die Recherchen führen ihn tief in die Milieus des Kunsthandels, des Schwarzmarktes, der Sammler, Diebe und Fälscher.
Jakob wird zusehends mit der Frage nach dem Wert eines solchen Bildes konfrontiert, dem materiellen wie, vor allem, auch dem ideellen Wert (es heißt allerorten, das Bild sei tatsächlich unbezahlbar). Wie kommt es dazu, dass dieses, immerhin relativ einfache, Sujet über Jahrhunderte hinweg mit unterschiedlichen, ja geradezu gegensätzlichen Bedeutungen aufgeladen wird? Und wie kann es sein, dass Kunstsammler und Experten völlig konträre Inhalte und Werte in einem Bild ausmachen? Diese Interpretationen sind mal künstlerischer oder naturwissenschaftlicher, dann wiederum metaphysischer und auch religiöser Art. Jakob folgt den Bedeutungen und Spuren dieses Bildes bis ans Ende des Weges.
Nichts zu verlieren, ebenfalls ein Jakob-Jäger-Roman, ist eine Arbeit über das Phänomen der terroristischen Selbstsprengung, die vorwiegend in Wien und Malaysia verortet ist.
Der Roman Die Frau, ihr Mann und der Fremde erscheint 2008. Es ist eine Geschichte über sexuelle Obsession, erzählt im Rhythmus der drei Protagonisten, die sich in einem Reigen aus Lüge, Begehren und Hoffnung jenseits ihrer Grenzen verlieren.
Zuletzt hat Manfred Rumpl den Roman Fausts Fall veröffentlicht, eine zeitgemäße Tragikomödie mit faustischen Elementen. Darin verfolgt er, aufgebrochen in zwei Perspektiven, den Lebensweg zweier Freunde und ihren gegensätzlichen Umgang mit der Philosophie. Der eine, Paulus, akkumuliert Wissen, um sich im akademischen Betrieb zu behaupten und Karriere zu machen, und der andere, Faust, benötigt das Philosophische, um sich in der Welt zurecht zu finden und sein Dasein zu intensivieren. Die Dynamik dieses Romans erwächst einerseits aus der spezifischen ästhetischen Komposition und andererseits aus dem Widerspruch zwischen einer pragmatischen und einer existentiellen Lebensweise.
Manfred Rumpl, Jahrgang 1960, ist in der Steiermark aufgewachsen und lebt seit etwa 15 Jahren in Wien, unterbrochen von Reisen, die ihn vorwiegend nach Südeuropa, aber auch bis nach Indien, Thailand und Malaysia führten. Ein Jahr verbrachte er in Triest. Er studierte Philosophie und Pädagogik in Graz und Wien und schloss mit einer Arbeit über Moral und Ästhetik in der Literatur ab. Er veröffentlichte mittlerweile 6 Romane und wurde dafür u. a. mit dem „aspekte"-Literaturpreis des ZDF und dem „Deutschen Kritikerpreis" ausgezeichnet.
Rumpls literarische Arbeit knüpft auf zeitgemäße Weise sowohl an die Traditionen des amerikanischen und russischen als auch des europäischen Realismus' an, wie sie etwa von Anton Tschechov, Cormac McCarthy, Denis Johnson oder Aleksander Tišma repräsentiert werden. Wobei Realismus sich in diesem Zusammenhang über ein Schreiben definiert, das von Schnörkellosigkeit, Klarheit und in erster Linie von Erfahrung, physischer wie geistiger, geprägt ist.
Zu seinen großen Geliebten zählt Manfred Rumpl die Werke der Aphoristiker aller Jahrhunderte. Diese (und die Musik!) sind es, die ihm Trost spenden, wenn sonst nichts mehr gehen will: Heraklit, Seneca, La Rochefoucauld, Lichtenberg, Renard, Altenberg, Hohl, Cioran, Serner, Canetti et al. Nicht von ungefähr also versucht Rumpl sich - in einer Falte des Universums, wo diese Geister noch existieren - seit mehr als zehn Jahren auch in diesem zeitlosen Genre.
„Wie geht's?", fragte der Blinde den Lahmen.
„Wie sie sehen!" war die Antwort.
(G. Ch. Lichtenberg)
Weiterführende Links:
www.manfredrumpl.com
www.buecher.at/show_content2.php?s2id=232
www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4103&Alias=wzo&cob=305944
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Manfred Rumpl
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