Es gibt ja Autoren wo man gerne sagt klingt wie oder wo man zumindest versucht ist das zu sagen oder wo man zumindest versucht die Schublade aufzumachen und den literarischen Vorfahren am Genick herauszufischen. Im Fall von Rosa Pock kann ich das nicht.
Man kann natürlich jetzt sagen, die Steinbuch ist ja keine Germanistin, die kann ja höchstens Musik herzitiern, aber in dem Fall liege ich sag ich jetzt mal auch ohne erlerntes Unterfutter richtig.
Rosa Pock wirft einen Satz hin, der dann wieder auftaucht, variiert, ausgebaut, in andrem Kontext, oder: Sie nimmt einen Satz und zerhakt seine Syntax noch bevor er dasteht und das was dasteht ist dann herrlich rhythmisch, dass man am liebsten laut lesen möchte, kurzum: Wäre ich alt und man würde mir Weisheit abnehmen würde ich sagen: eine Autorin, die um die Komplexität auf der einen und um die Einfachheit von Sprache auf der anderen Seite genau Bescheid weiß, über ihren Gebrauch und ihren Nichtgebrauch, und aus diesem erschlossenen Wissen hat sie sich, vermute jetzt auch ich, die höchstens Musik herzitieren kann, eine Umgangsform und eine Fähigkeit zum Puzzlebau mit Worten erschlossen, der ja immer wieder mal gern versucht wird, aber nur selten glückt, und: sie baut keine Türme, auf die man erst klettern muss um sie sich zu erschließen, sondern sie schreibt bei allem sprachlichen Anspruch sehr klar - das würde ich sagen, aber so sage ich nur was dann ankommt bei der Leserin also in dem Fall bei mir nämlich: Das bewegt sich so schön im Mund herum beim Lesen, das muss raus und laut werden, und wäre die Autorin nicht da, würde ich das jetzt wohl machen, aber das können wir uns glücklicherweise alle ersparn.
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Rosa Pock
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