Hans Koren Gedenkjahr 2006


suchen 

Home  |   Imaginäre Akademie  |   OFF  |   Literatur
 
Isabella Trummer
Text von Gertrude Maria Grossegger

die ästhetik des mordes - gibt es das? die katastrophe als genussmittel - ist das der reiz eines krimis - die knallharte realität?

was spielt sich im innersten der protatgonisten ab? warum kommen sie aus dem lot?

ich bin keine kriminalromanleserin aus leidenschaft, andere schreiben kriminalromane aus leidenschaft für die, die sie verschlingen - aus leidenschaft.
zugegeben, ich ging etwas zögerlich an den roman heran -  und doch befand ich mich plötzlich mitten drinnen, mitten in einem mordfall, mitten im wald, am fundort einer frauenleiche und wenn man dabei auch noch im freien auf einem hometrainer sitzt mit dem rücken zur eingangstür und von einer ahnungslosen besucherin zu tode erschreckt wird, lässt sich vielleicht erahnen wie der schock gewesen sein wird, der dem einsamen läufer frühmorgens widerfahren ist beim plötzlichen anblick einer leiche.

„das dunkle ende des traumes".

eine geschichte - eine kriminalgeschichte - ein fall - der zweite fall von inspektor kammerlander. walander? ein  kommissar,  klassisch, so wie man sich einen kommissar vorstellt - feinfühlig,  überarbeitet, kollegial, schrullig, altmodisch, zerstreut, verletzlich, glücklich verheiratet. brunetti? eigenwillig, ... erschaffen von isabella trummer, kriminalromanautorin aus voitsberg.

was sich an diesem ort zuträgt - in der bezirkshauptstadt voitsberg und drumherum, im gleichgenannten bezirk, ist zu viel , ist zu viel ereignis  für seine bewohner, für den inspektor und seine mitarbeiter, ist zu viel für den ort und verschluckt ihn, bannt ihn, in diesem einen heißen sommer, dessen hitze sich über die morde legt und die ermittlungen zum kochen bringt. ein sommer, in dem manche heiße spur wieder im sand verläuft, in dem gelegten und  falschen fährten auf den leim gegangen wird, bis ein zufall den inspektor noch mehr zum schwitzen bringt und letztendlich zum täter führt, weil er, inspektor kammerlander, sich zum richtigen zeitpunkt eine auszeit nimmt, weil er zum fischen geht, weil er entspannt, doch hochkonzentriert weitersucht und findet, kombiniert und die teile zusammenfügt, sich dabei sogar selbst kurzfristig auf die kriminelle bahn begibt um das im geheimen auszuforschen, was er vermutet, und dann, nachdem sich sein verdacht bestätigt hat, den täter braten lässt, bis dieser kocht, und ihn heiß serviert - allen geladenen gästen, dem ganzen, nach aufklärung hungrigen präsidium , schritt für schritt - schnitt für schnitt -  bis er am ende zum brodelnden kern vordringt - den abgründen der täterseele -  und aufdeckt, den täter überführt, „das dunkle ende des traumes"  freilegt und anschließend wieder an den grafenteich fährt und sich dort stärkt -  für den nächsten fall, vermutlich,  den dritten, von dem er noch keine ahnung hat, der aber bereits existiert, im kopf der autorin, vermutlich.

doch bevor inspektor kammerlander seinen nächsten fisch an land zieht, wird uns seine erfinderin den fangfrischen servieren - denn so schmeckt er am besten.




Isabella Trummer
Bildvergrößerung
Isabella Trummer



Kurzbiografie Isabella Trummer

Geb. 1958 in Maria Lankowitz
Reifeprüfung 1976 am BG u. BRG Köflach (Wäre gerne Kriminalbeamtin geworden, aber zu meiner Maturazeit wurden Damen nur in der Fürsorge eingesetzt, also zweitliebster Berufswunsch: Lehrerin)Lehramtsprüfung für Hauptschulen in den Fächern Englisch und Bildnerische Erziehung 1979 an der
Pädagogischen Akademie Hasnerplatz in Graz
Unterrichte an der Musikhauptschule Edelschrott
1. Veröffentlichung: 'Unter der Oberfläche', Kriminalroman, 2004 (Leykam)
2. Veröffentlichung: 'Das dunkle Ende des Traums', Kriminalroman, 2006 (Leykam)

Zitat:
Abteilungsinspektor Kammerlander: ‚Warum ausgerechnet in Voitsberg? Ein Serienmörder in der Weststeiermark. Das passte nicht. Solche Dinge passten in eine Großstadt. In eine Großstadt mit ihren Psychopathen und Neurotikern. Aber nicht hierher.'


Kultur Steiermark