Hans Koren Gedenkjahr 2006


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DIETER GLAWISCHNIG & NDR BIGBAND
"Die dunkle Seite des Würfels" nach Texten von Gunter Falk

Freitag, 10. November 2006, 20:00 Uhr
Orpheum Graz

"Als die Synagogen brannten"

Erhard Koren, Sprecher
Dieter Glawischnig, Leitung und Piano

Thorsten Benkenstein, Trompete
Ingolf Burckhardt, Trompete
Stephan Meinberg, Trompete
Reiner Winterschaden, Trompete
Lutz Büchner, Alt-Saxofon
Gabriel Coburger, Alt-Saxofon
Christof Lauer, Tenor-Saxofon
Frank Delle, Tenor-Saxofon
Björn Berger, Bariton-Saxofon
Dan Gottschall, Posaune
Steve Trop, Posaune
Stefan Lottermann, Posaune
Ingo Lahme, Bassposaune
Pierre Favre, Schlagzeug
Stephan Diez, Gitarre
Lucas Lindholm, Bass
Wolf Kerschek, Marimba
Andreas Schreiber, Violine

 „Im März dieses Jahres erhielt ich einen Anruf von Heimo Steps, ob es denn nicht endlich Zeit für eine Gesamtausgabe des Werks von Gunter Falk sei. Allerdings, sagte ich, in ein paar Wochen erscheint sie. Durch diese erfreuliche Koinzidenz wurde die 415 Seiten starke Publikation zu einem Programmpunkt von „auszeit“.“ (Günter Eichberger)
Franz Schuh schrieb: "Falk war ein Intellektueller, nicht nur Literat, sondern auch Soziologe, eine doppelte Begabung, in einem Milieu, das kaum eine einfache erträgt".   Gunter Falk hatte aber auch ausgeprägte Affinitäten zur Musik. Eichberger: „Caruso, McCormack und Elvis Presley schrieben im Gegensatz zu Jim Morrison und Gunter Falk die Texte ihrer Lieder und Arien nicht selber. Sänger sind im wesentlichen Stimmen, mitunter nicht einmal sehr musikalisch. Selbst Falk entfaltete seine volle Stimmkraft erst mit den richtigen Musikern. Zufällig waren das seine Nachbarn“. Und: „Die Musik ist ein wichtiger Schlüssel zu Gunter Falks Spieltrieb. Als Jugendlicher war er Schlagzeuger, zeitlebens trommelte er mit den Händen auf seinen Schenkeln oder auf Tischen, Falks Tanzeinlagen waren berüchtigt, und noch zwei Tage vor seinem überraschenden Herztod bestritt der von einer schweren Grippe noch kaum genesene Dichter im Forum Stadtpark eine Leseperformance mit Jazzmusikern - eine Doppel-CD dieses beklemmend-grandiosen Auftritts liegt dem in der Dossier-Reihe des Droschl Verlags erschienenen Falk-Band bei.“ (Wolfgang Kralicek)
Protagonisten dieses beklemmenden Auftritts am 23. Dezember 1983 im Forum waren neben Gunter Falk seine „Nachbarn“, die Neighbours mit Dieter Glawischnig, Ewald Oberleitner und dem auch schon verstorbenen John Preininger.

Dieter Glawischnig, seit 1980 Chefdirigent der NDR Bigband Hamburg, hat Falks Gedichtauswahl „Die dunkle Seite des Würfels“ bearbeitet und 1986 als posthume Hommage  im „steirischen herbst“ mit dem Orchesterforum uraufgeführt. Für die NDR Bigband hat er sie neu bearbeitet. Dieter Glawischnig , dessen Anliegen die Integration von Texten und Musik ist, wobei das kräftige Medium des Jazz „literarische Botschaften“ transportiert, hat mit den „Neighbours“ viele Auftritte mit Gunter Falk und Wolfgang Bauer bestritten. Seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Ernst Jandl hat wunderbare Ergebnisse gezeitigt: Konzerte  mit den NEIGHBOURS und mit CERCLE und die drei großen Orchesterkompositionen (Laut und Luise, Aus der Kürze des Lebens, Jedes Ich nackt) für die NDR Bigband.
Da sich am Tag des Konzerts, dem 10. November, die sogenannte „Reichskristallnacht“ jährt, führt Dieter Glawischnig mit der NDR Bigband auch seine 1988 uraufgeführte, von Paul Celan inspirierte Komposition „Als die Synagogen brannten“ auf, in der er „den Affekt von Trauer, Klage und Empörung, Affekt im Sinne der Alltagserfahrung als unmittelbare Beeinflussung des Gemütszustandes“ zu erreichen versucht.

Ishwara Erhard Koren, der die Texte von Gunter Falk spricht, war nicht nur mit Gunter Falk befreundet, sondern hat auch in der legendären Uraufführung von Wolfgang Bauers „Gespenstern“ 1975 die Gunter Falk nachempfundene Rolle des Robert gespielt. Mit Ishwara Erhard Koren ist ein authentischer Interpret der „Dunklen Seite des Würfels“ zu erleben. Ishwara Erhard Koren spielt übrigens derzeit am Grazer Schauspielhaus in Andrzej Stasiuks „Ostmark“.

Die NDR Bigband ist ein hochkarätiges Jazzsolistenensemble. Ihre weltweit anerkannte Vielseitigkeit reicht von der Interpretation von Kompositionen von Charles Mingus, Miles Davis oder Duke Ellington, Kurt Weill, Jimi Hendrix oder Frank Zappa bis zu den Jazzcomposern der Gegenwart und eben zu Projekten mit literarischen Vorlagen. Chet Baker, John Scofield und Abdullah Ibrahim etwa gehören zu den Musikern, die Dieter Glawischnig zur Zusammenarbeit mit der NDR Bigband geholt hat.

Literaturhinweise:

Gunter Falk: „lauf wenn du kannst - Alle Texte“, Hrsg. Günter Eichberger, Verlag Ritter 2006

Dossier Extra:Gunter Falk
Herausgegeben von Daniela Bartens und Klaus Kastberger; Verlag Droschl, Graz 2000; 284 S., 87,- DM; 2 CDs "Texte und Jazz" mit Gunter Falk und den Neighbours;ISBN 3-85420-544-9


GUNTER FALK

ZUR GESAMTAUSGABE VON GUNTER FALK:
„LAUF WENN DU KANNST" (Ritter, 2006)
von Günter Eichberger


Im März dieses Jahres erhielt ich einen Anruf von Heimo Steps, ob es denn nicht endlich Zeit für eine Gesamtausgabe des Werks von Gunter Falk sei. Allerdings, sagte ich, in ein paar Wochen erscheint sie. Durch diese erfreuliche Koinzidenz wurde die 415 Seiten starke Publikation zu einem Programmpunkt von „auszeit".
Seit dem Gunter-Falk-Syposium in der Hofburg (1999) habe ich versucht, Verlage für Falks Texte zu interessieren. Der Ritter Verlag (namentlich der Lektor Ralph Klever) war bereit, dieses Wagnis einzugehen. Die Steiermärkische Landesregierung minderte das verlegerische Risiko durch einen Druckkostenzuschuß.
Die Ausgabe enthält Falks zu Lebzeiten erschienene Textbände „Die Würfel in manchen Sätzen" (1977) und „Die dunkle Seite des Würfels" (1983) sowie seine nachgelassenen und verstreut veröffentlichten poetischen Arbeiten. Statt eines Nachworts gibt es drei zentrale Essays des Dichters und Soziologen. (Die furchteinflößende Komplettheit einer historisch-kritischen Ausgabe wurde nicht angestrebt. Gemeinschaftsarbeiten, Entwürfe und Varianten wurden nicht aufgenommen.)
Wilhelm Hengstler schrieb im „korso" anläßlich der Präsentation des Buches: „Während Hanns Koren den steirischen Aufbruch in die Moderne durch ein Beharren auf konservativen Werten betrieb, brachen die Forumliteraten Gunter Falk und Wolfgang Bauer mit ihren provozierenden Dunkelkammerlesungen in die gleiche Richtung auf. Insofern war der Abend nicht nur von beklemmender Intensität, sondern auch programmatisch stimmig." 


SING DEIN GEDICHT, MORGENLICHT oder GET IT WHILE YOU CAN

Zum Fallen der Würfel von Gunter Falk

von Günter Eichberger


Er war einer der großen Sänger seiner Zeit, kein Zweifel. Auch noch, als er seine Stimme verloren hatte. Und wer ihn einmal gehört hatte, verlor ihn nie mehr aus den Ohren.

Caruso, McCormack und Elvis Presley schrieben im Gegensatz zu Jim Morrison und Gunter Falk die Texte ihrer Lieder und Arien nicht selber. Sänger sind im wesentlichen Stimmen, mitunter nicht einmal sehr musikalisch. Selbst Falk entfaltete seine volle Stimmkraft erst mit den richtigen Musikern. Zufällig waren das seine Nachbarn.

Mit ihnen intonierte er seine unheimlichen Stimmungslieder:

aber sei fröhlich
aber sei frei
wenn du kannst
mit gefesselten händen
händen
und sei dümmlich
und sei treu
wenn du kannst
in deinen sechs
wänden

 Wenn er solche Lieder sang, dann wackelten die Wände, dann rappelte es in den Köpfen, dann tanzten die Verhältnisse engumschlungen miteinander, zersprangen die gewalttätigen Sachzwänge, veränderte sich alles, als würde seine Stimme reine Lysergsäurediäthylamid in die Hirne gießen...

Er aber, der Sänger, verschloß sich nach solchen Vorstellungen in seiner Garderobe, ihn dürstete nicht nach Gesellschaft, er öffnete eine geheime Flasche und schon kam ein Geist heraus, der ihm seinen Wunsch erfüllte,  seine Denkmaschine auszuschalten.

Sodann agierte nur noch sein Körper, der tat, was Körper am liebsten tun: sich mit anderen Körpern vereinigen, andere Körper zuschanden reiten, andere Körper gegen Wände laufen lassen, Köpfe auf den Boden schlagen, Nasenbeine brechen, zuschlagen, zerschlagen, zernichten...

Und wenn der Geist des Sängers Denkmaschine wieder einschaltete und in die Flasche zurückkroch, war da keine Erinnerung, nur ein dumpfes Schuldgefühl, das ihn in Gesänge ausbrechen ließ:

in schlachten
warst du gewinner
dein auge
war eisenklar
dein trachten
und denken aber
ist für immer
einfach nicht wahr

 Der Sänger war bei all seiner Kraft ein Geschlagener, früh gezüchtigt, auf daß es ihm besser ergehe als seinem Erzeuger, und er vergalt es seinem Produzenten durch seine Lieder, seine großen Erfolge, seine Tourneen durch die Konzertsäle und Gaststätten dieser Welt.

Verzweifelt suchte der Sänger nach seinem Spiegelbild, das sein Körper schon vor Jahren zerbrochen hatte, die Scherben hatten ihm das Gesicht zerschnitten, aber seine Stimmbänder verschont, und so sang er sich durch ein Repertoire, das er im Singen erfand:

der mensch lebt doch vom reden
blablabla
denn im reden zeigt er eleganz
blablabla
und wenn deine reden verblöden
blablabla
dann hast du noch einen tanz
blablabla

 Viele Jahreszeiten schon sang er sich die Seele aus dem Leib, bis seine Stimme brach. Entseelt gab er stumm noch seine vielleicht eindrucksvollsten Vorstellungen, stellte sich vor, einer zu sein, der er werden wollte. Immer öfter schaltete der Geist aus der Flasche seine Denkmaschine aus, bis sie zu stottern begann. Aber das ließ seinen inwendigen Gesang noch mächtiger anschwellen:

wie willst
ohne anzubiedern
du sterben
stirb doch
beizeiten
und überlaß
die arbeit
den bombenleuten
: oder nicht
: oder nicht
: oder nicht
: oder nicht


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Kurzbiografie Gunter Falk:

geboren 1942
Studium an der Universität Graz,  Dr. phil. (Soziologie, Philosophie, Biologie).
Von 1969 bis zu seinem Tod Ende 1983 Universitätsassistent am Institut für Soziologie der Universität Graz.
Erste poetische und literaturtheoretische Arbeiten wurden seit 1963 in den manuskripten publiziert. Zu seinen Lebzeiten erschienen die Bücher Der Pfau ist ein stolzes Tier (1965), Die Würfel in manchen Sätzen (Ed. K. Ramm 1977) und Die dunkle Seite des Würfels (Ed. K. Ramm 1983).
2000 erschien ein Dossier-Band zu Gunter Falk im Droschl-Verlag (Hg. D. Bartens/K. Kastberger).
2006 Lauf wenn du kannst (Die dunkle Seite des Würfels - Alle Texte 1977 - 1983) herausgegeben von Günter Eichberger
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GUNTER FALK und DIETER GLAWISCHNIG

Gemma auf double time

„Die Zeit"
von Konrad Heidkamp


Dann fang i mal an", keucht die heisere Stimme, Kreisler-arrogant und Qualtinger-kotzig, "die Musiker heißen Näbas, d' kennan sie ja." Der Autor Gunter Falk sitzt am 22. Dezember 1983 im Grazer Forum Stadtpark, hält sein Buch Die dunkle Seite des Würfels hoch und erklärt: "Das ist einer der entscheidenden Texte der Gegenwart." Die Musiker heißen eigentlich Neighbours, das Buch kannten damals wenige und heute kaum einer, die folgenden zwei Stunden zählen zu den eindringlichsten, verzweifeltsten und gelassensten Begegnungen von poetischen Texten und Jazz.
Man muss nach rückwärts gehen, um sich nach vorwärts zu erinnern. Nach Graz, einer österreichischen Universitätsstadt, wo in den sechziger Jahren die jungen Wilden und die formbewussten Sprachentschlacker sich gegen die Wiener Übermacht verbündeten, wo Wolfgang Bauer, Gerhard Rühm, auch Peter Handke lasen, in Alfred Kolleritschs manuskripten veröffentlichten und die graue Eminenz Gunter Falk seine Rollen spielte. Möglich nur auf der überschaubaren Bühne einer Kleinstadt mit ihrem engen Geflecht aus literarischen Zirkeln, angesagten Kneipen, Seminaren vom Hörensagen, schwärmenden Frauen und einem Publikum, das registriert, was läuft, wer da welchen Rausch hat. Gunter Falk gab es viermal: als Dozenten für Soziologie an der Universität, als Dichter, der die Alltagssprache gegen den Wissenschaftsjargon setzt, als Alkoholiker und als bekennenden Liebhaber. Kein Wunder, dass sein Dissertationsthema Spielsystem und Spielverhalten hieß, dass das ach so beliebte Rollenspiel zwei Seiten hatte: sich einzuüben und sich zu distanzieren. Als Dichter zumindest konnte er die Widersprüche in der Schwebe halten, in der Wirklichkeit brachten sie ihn um. "es gibt viel das hier eine rolle spielt / spiel du deine und sei im rahmen denn / die würfel in manchen sätzen fallen sondergleichen.
"Er frisst alles: Hoch- und Tiefkultur, Rockmusik und Jazz, Wissenschaft und Poesie, Pornografie und Haikus. Ist er nüchtern, wird er bitter und zynisch, trinkt er, erzählt er detailliert obszön, das Private muss ins Öffentliche. Falk lebt in einer Welt aus Comicsprechblasen, Prosa, Montage, Songtexten und Bildern, die man von Rolf Dieter Brinkmann kennt, und ist - im Gegensatz dazu - Entschlacker von Sprache. Er produziert lakonische Gedichte, die Konrad Bayer und Gerhard Rühm näher stehen als seinem Freund Wolfgang ,Wolfi' Bauer, dem er zu Magic Afternoon die Stimmung und zu Gespenster die Rolle vorspielt.
"Schlag doch ... schlag doch zu ... so schlag doch endlich zu." Ein verzweifelter Mann spricht da, wispert, brüllt, das Schlagzeug knallt dumpf, das ist keine Papierlyrik, "liebe alles ... was du erschlagen kannst", die kalte Wut richtet sich gegen die eigenen Sätze, ein Duett für Schlagzeug und Stimme, ein frühes Manifest für Einstürzende Grazer Neubauten. Nach einer Viertelstunde stoßen die anderen Neighbours zum Schlagzeuger John Preininger dazu, der Grazer Pianist Dieter Glawischnig, Bassist Ewald Obereitner, der Saxofonist Julean Simon als Gast. Der kinskische Furor von Falk spiegelt sich in der Musik, ein Wühlen in den Wörtern, ein Zerfetzen von Tönen.
Doch dann: "Des is a Prosatext, da is de Musik anders ... Sie hörn scho, dass i a schwere Bronchitis hab ..." Und die Musik wird zart, repetiert melodische Motive am Klavier, über einem warmen Ostinato vom Bass spricht der Autor: "du bist geboren / und ziemlich alt", er wiederholt Zeilen und Strophen, Gunter Falk war Schlagzeuger, es ist zu hören. Kaum glaubhaft, dass die Lesung ohne Proben ablief, sie spielten schon 1980/81 zwei-, dreimal zusammen. "Fangt's ihr an", schnauft er den Neighbours zu und - trunken, aber in vollem Bewusstsein schierer Größe -, zum Publikum gewandt, "wir sind vui zu guat, um zu proben."
Jazz und Lyrik - das hat den Twen-Geruch von Kunstkonglomerat nur schwer ablegen können, diese Verbindung aus aufgesagten Gedichten und atmosphärisch passender Musik. Hier "bleiben sie im Lied". Meint, sie reagieren auf Einwürfe, wechseln die Tempi, bewegen sich in der Stimmung, ohne in Sicherheitsspiel zu verfallen. Wer Dieter Glawischnig - heute Chefdirigent der NDR-Big-Band und Jazzkoryphäe an der Musikhochschule Hamburg - aus seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Ernst Jandl kennt (Laut und Luise), wird sich über den seismografisch improvisierenden Pianisten und "Musik- erfinder" nicht wundern.
"Double time ... gemma auf normal time ... bleib drauf, Dieter ... Entschuldigung." Ohne die osmotische Beziehung aus Poesie und Improvisation, die Spielanweisungen von Gunter Falk ist diese Lesung schwer denkbar. Was, stumm gelesen, das Knochengerüst von Sprache sehen lässt, setzt mit der Musik Fleisch an, blutunterlaufen und mit Schnittwunden. Zwei Tage danach, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, stirbt Gunter Falk mit 41 Jahren. Es passt, dass er am Ende dieser zwei Stunden sagt: "I würd vorschlagn, wir machn a Pause." Sie hat lange gedauert. Jetzt gibt es ein kluges Buch mit zwei eingelegten CDs. "Dann fang ma mal an!"

Dossier Extra:Gunter Falk Herausgegeben von Daniela Bartens und Klaus Kastberger; Verlag Droschl, Graz 2000; 284 S., 87,- DM; 2 CDs "Texte und Jazz" mit Gunter Falk und den Neighbours;ISBN 3-85420-544-9


Die Stimme des Untoten

"Korso", 10. Juli 2006
von Willi Hengstler


„LAUF WENN DU KANNST, alle Texte" von Gunter Falk, herausgegeben von Günter Eichberger

Besonders empfehlenswert; schwergewichtig, aber heiter zu lesen. Am 23.12.1983 las er zusammen mit dem Jazztrio „The Neighbours" und starb zwei Tage später - letztlich an einem zu intensiven, möglicherweise unglücklichen Leben. 25 Jahre später stellte der Grazer Autor Günter Eichberger als Herausgeber des Gesamtwerkes von Gunter Falk den bei Ritter erschienenen Band am 2. Juli im Studentenheim „Münzl" vor. Wie immer war das Klavier schwarz, wie immer waren Wände und Fenster schwarz abgehängt und wieder spielten die Neigbhours, diesmal zur Stimme des Toten, die aus der ursprünglichen Aufnahme heraus gesampelt worden war. (Dieter Glawischnig Klavier, Ewald Oberleitner Bass und Armin Pokorn, Gitarre, Sampling). Das raue, alkoholgetränkte Lispeln, die sanfte und zugleich wilde Stimme des längst Verstorbenen mischte sich gespenstisch mit der etwas aparten Livemusik. Die ursprüngliche Aufnahme, wesentlich wilder, findet sich auf zwei CDs, die dem bei Droschl erschienenen Dossier über Falk beigelegt sind.
Auf den Soziologen und Autor Falk trifft das Bild des Untoten zu, der keiner Welt ganz angehört und deren normale Bewohner verstört. Stets bestand ein Missverhältnis zwischen der öffentlichen Wertschätzung Gunter Falks und dem lesenden Publikum; zwischen dem „Franz beim Bier" wie ein Text heißt, und dem prophetischen Analytiker einer Kultur der Kulturlosigkeit. 1999 wurde eine Symposiumsreihe in der Hofburg den Intellektuellen der 2. Republik gewidmet und Falk war nach Ernst Fischer die zweite Persönlichkeit, der man sich widmete. Die Tragfähigkeit von Falks prophetischen Slogans, das Zusammenspiel zwischen Politik und Kunst, Reflexion und Sentiment zeigt sich aktuell in Zitaten wie „Die Grenzen Deiner Liebe sind die Reichweiten Deiner Raketen". In seiner Einführung machte Günter Eichberger klar, dass mit dem Tod Gunter Falks die Grazer Ära der Spätboheme, eines selbstzerstörerischen, gelegentlich erhellenden Individualanarchismus endete. Während Hanns Koren, dessen 100. Geburtstag dieses Jahr begangen wird, den steirischen Aufbruch in die Moderne durch ein Beharren auf konservativen Werten betrieb, brachen die Forumliteraten Gunter Falk und Wolfgang Bauer mit ihren provozierenden Dunkelkammerlesungen in die gleiche Richtung auf. Insofern war der von Heimo Steps in seiner dem 100.Geburtstag von Hanns Koren gewidmeten Veranstaltungsreihe „auszeit" veranstaltete Abend nicht nur von beklemmender Intensität, sondern auch programmatisch stimmig.



 

Ein intellektueller Motor

"Falter" Nr. 27/06 Steiermark vom 05.07.2006 Seite: 5
Ressort: Steiermark Kultur
von Paul Pechmann


LITERATUR
Zwanzig Jahre nach Gunter Falks Tod liegt sein facettenreiches Werk in einem Band vor. Die Wiederentdeckung eines außergewöhnlichen Dichters.


Er galt als der intellektuelle Motor unter den Dichtern aus dem Umfeld des Forum Stadtpark, von seiner Kompetenz in der Kultur- und Literaturtheorie profitierte die einstmalige Autorengruppe um die Manuskripte nachhaltig - Gründer Alfred Kolleritsch nannte ihn eine "Instanz". Erst jetzt, über zwanzig Jahre nach seinem Tod, liegt Gunter Falks facettenreiches dichterisches Werk in einem vollständigen Band vor. Die von Günter Eichberger mit Sorgfalt zusammengestellte Leseausgabe "lauf wenn du kannst" umfasst neben Wiederabdrucken sämtlicher publizierter Texte auch eine Anzahl von lyrischen und Prosaarbeiten aus dem Nachlass, der sich übrigens nicht in Graz, sondern seit 1999 im Besitz der Österreichischen Nationalbibliothek befindet. Falk gilt gemeinhin als sperriger und eher spröder Autor. Dabei handelt es sich um ein Vorurteil, wie auch Herausgeber Eichberger meint: "Falks Texte sind unterhaltsam, ohne Unterhaltungsliteratur zu sein." Erinnert sei etwa an "Aufwartung (Minny's Comin')", eine Kurzgeschichte, die nur mit den Ausrufen von Comic-Sprechblasen erzählt wird. Seine Neigung für populäre und ästhetisch krude Präsentationsweisen (etwa der Rockmusik), seine Musikalität, die ihm eigene Lakonik und sein aufreizend pointenloser Witz vermögen nicht nur Liebhaber experimenteller Literatur zu begeistern. Im Gewand der Alltags-und Wissenschaftssprache paaren sich in Falks Texten poetologische Spiele, soziologisches Interesse und gesellschaftskritische Ambition mit emotionaler Wucht; etwa in den um eine Spielfigur namens "Franz" angelegten Erzählungen wie "Kleine novelle von der großen traurigkeit und ihre kleineren und größeren ursachen". Das Schreiben bedeutete für ihn stets ein Erkunden der eigenen Bewusstseinslagen, in letzter Konsequenz die kalkuliert-spielerische Herausforderung existenzieller Grenzerfahrung ("in meiner dämmerung / versinke ich / ziegelrot / wie frisches lungenblut / hinter den hügeln / meiner großhirnrinde"). Falks literarische Arbeiten sind Ausdruck eines umfassend devianten Verhaltens, das gegen den Common Sense eines durchökonomisierten Kulturbetriebs, gegen die Ideologien gängiger Unterhaltungs-und Erbauungsliteratur gerichtet ist. Deshalb wäre eine weiterführende Auseinandersetzung mit diesem Autor und seinem Werk heute notwendiger denn je, eine repräsentative Edition von Falks soziologischen und wissenschaftsjournalistischen Arbeiten fehlt nach wie vor.
Die Präsentation der Werkausgabe in der Grazer Münze stellte einen Höhepunkt des von Heimo Steps kuratierten Koren-Projekts "auszeit" dar. Wie bei Gunter Falks letztem Auftritt vor Weihnachten 1983 im Forum integrierte eine Jazzformation um den Pianisten Dieter Glawischnig (von der ehemaligen Besetzung der Neighbours blieb noch der Bassist Ewald Oberleitner) die Literatur des Poeten in ihre Improvisation; die vom Gitarristen Armin Pokorn gesampelte Stimme Gunter Falks verlieh dem klangalchemistischen Ereignis eine nahezu geisterhafte Präsenz.

Gunter Falk: lauf wenn du kannst. alle texte. Hrsg. von Günter Eichberger. Klagenfurt/Wien: Ritter Verlag, 416 Seiten, Euro 23,90

 

DIETER GLAWISCHNIG


Also bitte schön, bloß keine falsche Harmonie

Artikel erschienen in:
"Die Welt"
am 12. Dezember 2005
http://www.welt.de/
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Die NDR-Bigband beging das 25jährige Dienstjubiläum ihres Chefdirigenten Dieter Glawischnig

Gar zu fett aufgetragene Harmonie ist nichts für den Grazer Dieter Glawischnig. Da fehlen ihm Würze und Biß, da müssen Brüche her, Dissonanzen, Zitate aus der echten Welt, Menschenverhältnisse, Nazivergangenheit. Seit 25 Jahren ist er Chefdirigent der NDR-Bigband. Von den Kulidiensten eines Rundfunktanzorchesters in Diensten der Familienunterhaltung zum gut besuchten Jubiläumskonzert einer international renommierten Solisten-Bigband am vergangenen Freitag im Rolf-Liebermann-Studio - da ist nicht einfach nur Zeit vergangen. Da muß es mehr gegeben haben, kleine Revolutionen, und davon nicht zu knapp.

Um es vorweg zu nehmen: Wenn er sie einmal so spielen lassen darf, wie er selbst musikalisch denkt, dann ist die NDR-Bigband deutlich weiter gekommen, als die Jazzpolizei erlaubt. Dann entwickelt sie eine neue, eigene Vision von Bigbandmusik - jenseits von Tschingdarassa-Swing, Songform und der Feier des virtuosen Gastsolisten. Das können sie auch, das wird auch alles gepflegt, aber für Glawischnigs NDR-Bigband ist dieses Mittelmaß längst nicht mehr bestimmend. War es noch nie, das zeigen schon die betagteren Stücke im Programm "my own songs".

Etwa "Als die Synagogen brannten", eine Komposition von 1988: Konstruiert aus einer einfachen Melodielinie, differenziert entwickelt, mit schneidenden, kreischenden Geräuschen auf eine inhaltliche Linie gebracht, die sich mit dem Titel verbindet. Die Solisten spielten nicht weniger als sonst, nicht weniger engagiert und inspiriert, im Gegenteil: Deutlich hörbar agieren sie als Stimme im Gesamtklang, bis die Unterscheidung zwischen Solisten und Begleitern so hinfällig wird wie diejenige zwischen komponierten und improvisierten Anteilen des Stücks. Und was spielen diese Unterscheidungen auch für eine Rolle in Anbetracht von Terror und Leid, die spürbar werden, wenn sich aus den Trümmern der Komposition eine atemlose Anspannung im Publikum breitmacht.

Und dann Ernst Jandl - er gehört bei Glawischnig einfach dazu, ob charmant-verspielt von der grandiosen Vokalistin Lauren Newton gesungen oder mit düsterem Lebensendton von Dietmar Mues gesprochen. Das rückhaltlose Spiel mit den Silben, den Klängen, mit ihren Rhythmisierungen, das Sezieren und Zersetzen von Sinn und Vordergrund, der kantige, manchmal düstere, bisweilen erschlagend depressive Humor, der sich aus diesem Spiel ergibt - der Jandlernst, das ist Dieter Glawischnigs Medizin gegen zu feiste Harmonie. sth


Im Märchendunkel rülpst der Wolf elektrisch

Artikel erschienen in:
"Die Welt"
am 24. Juni 2003
http://www.welt.de/
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Mit dadaistischen Texten zu frischen Klängen beendete "das neue werk" des NDR den Zyklus "Labyrinth Mythos"

Es bedurfte keineswegs böser Hexen oder schöner Prinzessinnen auf der Bühne des Rolf-Liebermann-Studios, um die rechte Märchenstimmung entstehen zu lassen. Die NDR-Bigband, Mitglieder des NDR-Sinfonieorchesters und ein gutes Dutzend exzellenter Komponisten reichten völlig aus, um den dritten Teil "Märchendunkel" des Zyklus "Labyrinth Mythos" in der Reihe "das neue werk" zum finalen Höhepunkt werden zu lassen.

Ausgerechnet die grotesken Adaptionen der Grimm'schen Märchen von Janosch hatte der Bigband-Chef Dieter Glawischnig für seine Auftragskomposition ausgewählt. Zu lachen gab's dabei genug. Es konnte einem allerdings auch im Halse stecken bleiben, wenn nämlich das "Tapfere Schneiderlein" statt sieben Fliegen auf einen Streich gleich Soldaten, Heere, Städte und schließlich ganze Länder auslöscht. Glawischnig - nicht gerade zimperlich - zitierte just an dieser Stelle die amerikanische Nationalhymne. Womit er seiner Anleihen-Technik treu blieb: Schon in den Einleitungstakten, die sich rondoartig durch alle acht von Dietmar Mues eindrucksvoll gelesenen Märchen zogen, benutzte er das bekannte Motiv der "Promenade" aus Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung", das er nach dem fünften Ton allerdings ganz anders fortführte. Dietmar Mues genoss die Melodram-Form in allen Zügen, sang, wimmerte und flehte, was das Zeug hielt. Erst recht beim dadaistischen "Elektrischen Rotkäppchen", wo jedes Ding mit dem Adjektiv "elektrisch" verbunden ist: der Kuchen, die Großmutter und selbst das elektrische Rülpsen des Wolfes. Der rettende Jäger ist praktischerweise Elektriker und kann dem geladenen Treiben ein Ende bereiten. Vladyslav Sendecki am Klavier erzeugte dazu nervöse Klavierkaskaden im Stile Conlon Nancarrows.

Vom klassischen Grimm-Märchen war dabei nicht mehr viel zu erkennen, ebenso wenig wie in Günter Steinkes Ensemblewerk "Es war einmal...", das Stefan Geiger mit Solisten des NDR-Sinfonieorchesters am Vortag aus der Taufe hob. Es ist ein atmosphärisches, überaus pastellfarbenes Klangbild, das sich der Archaik des Genres zuwendet und seine so typische Beweglichkeit in der ritualisierten Starre illustrieren will. Ganz anderes begegnet Unsuk Chins dem Märchen mit ihrem "Akristichon - Wortspiel", in dem Texte und Bilder von Kunstmärchen in abertausend Splitter zerbersten. Das korrespondierte mit der Solo-Performance "Tragische Tode, moderne Märchen..." von Matthias Kaul, die Text- und Tonwerken von Hoh Chi Minh, John Lennon und Jimi Hendrix zuwandte.

Die Oper "The blond Eckbert", komponiert nach dem frühromantischen Kunstmärchen von Ludwig Tieck, bildete am Sonntag den Abschluss der Reihe. Die schottische Komponistin Judith Weir, die selbst in ihr Werk einführte, zeigte sich fasziniert von der Musikalität der Märchennovelle von 1797. War Tieck seiner Zeit mit einem in tiefenpsychologische Dimensionen vorstoßenden Stoff voraus, musste Judith Weir ihrerseits in die geheimnisvolle deutsche Freischütz-Welt des frühen 19. Jahrhunderts hinabsteigen. Mit schwerem Blech, Schlagwerk und voluminösem Streicherapparat wählt Weir die traditionellen Mittel der romantischen Oper und setzt sie mal mit impressionistischer Farbenfreude, mal mit moderner Härte ein. Stefan Asbury dirigierte das NDR Sinfonieorchester mit viel Freude an alledem. Weirs Stärke aber liegt woanders: Sie kann für Sänger schreiben. Und ihr standen an diesem Abend exquisite Solisten zur Verfügung. Assoziative Szenen aus den Stummfilmklassikern "Faust" von Friedrich Wilhelm Murnau und den "Nibelungen" von Fritz Lang lieferten den visuellen Schauder dieser unheimlichen Märchenwelt.


Free again - Erntedankfest zur Pensionierung von Dieter Glawischnig

Artikel erschienen in:
"Die Welt"
am 8. März 2003
http://www.welt.de/
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Eigentlich hatte er zum Ende seiner Dienstzeit nur ein kleines Abschiedskonzert geben wollen. „Doch dann hat Peter Michael Hamel wieder seine übliche lange Nacht daraus gemacht", seufzte ein gerührter Dieter Glawischnig in den ersten Morgenminuten des gestrigen Freitags im Forum der Musikhochschule. Seit dem frühen Abend hatten dutzende von Musikern in vielen Räumen der Hochschule zu Ehren des scheidenden Jazzprofessors gespielt und gesungen. Um Mitternacht brachte ihm Hamel, Leiter des Fachbereichs Komposition, vor voll besetztem Auditorium ein Ständchen - die Jazz-Ballade „Round Midnight" mit ein paar selbst gedichteten Zeilen für den „Star und Freund" zum 65. Geburtstag.

Hunderte von Menschen - Freunde und langjährige Zuhörer, Studenten, Ehemalige und viele Kollegen - waren gekommen, um den Geburtstag des Grazer Musikers zu feiern und ihm gleichzeitig die letzten Stunden als Leiter des Studiengangs „Jazz und jazzverwandte Musik" etwas zu erleichtern. Und mittendrin der strahlende Hochschulpräsident Hermann Rauhe.

Rauhe hatte Glawischnig 1982 als Professor an die Musikhochschule geholt. Drei Jahre später richteten die beiden dort den Studiengang für Diplommusiklehrer im Hauptfach Jazz ein. Die Dozenten kamen und kommen überwiegend von der NDR Big Band, die Glawischnig seit 1980 leitet. Mit diesem Solistenorchester führte er am frühen Abend erstmals das Werk „Jedes Ich Nackt" auf, seine dritte Komposition zu Texten von Ernst Jandl, dem vor drei Jahren verstorbenen Freund. In einer launigen kleinen Rede bekannte Glawischnig später, dass er mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der „herrlichen Hochschule" Abschied nehme. Schließlich stand die Abschiedsnacht unter dem Motto „Free again". Das heißt für den Dekan des Fachbereichs 6: Hosianna, keine Verwaltungsarbeit mehr! Aber „leider werde ich mich nun auch um meine Studierenden nicht mehr kümmern können". Wie sehr diese die Fürsorge liebten, war an diesem Abend überall zu spüren. Die Räume waren von Wärme, Dankbarkeit, Freundlichkeit erfüllt. „Ich liebe die Ernte", sagte Glawischnig, der sich nun mehr dem Klavierspielen, Komponieren und Arrangieren widmen will. „Sie müssen nicht befürchten, dass es mir langweilig wird." Die Musiker seiner Bigband, der er erhalten bleibt, schenkten dem Jubilar trotzdem etwas ganz Unmusikalisches für die nun größer gewordene Freizeit: eine Tischtennisplatte.

 




Dieter Glawischnig
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Dieter Glawischnig


Gunter Falk
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Gunter Falk


Erhard Koren
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Erhard Koren








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Kultur Steiermark