Telefonat mit Heimo Steps am 14. April 2006 um 9:00 Uhr MEZ
Alfredo Barsuglia, bildender Künstler, geb. 1980 in Graz, Österreich
www.alfredobarsuglia.com
Los Angeles
Ich habe das MAK-Schindler Artists and Architects in Residence Stipendium erhalten und bin eigentlich eben erst angekommen. In den kommenden sechs Monaten werde ich das Projekt Los Angeles Illegal realisieren. Es ist ein Projekt im öffentlichen Raum und thematisiert Fiktion, Wirklichkeit und Macht.
Krakau
Das ist nun eigentlich schon etwas länger her, aber ich habe ein besonderes Interesse für Osteuropa, deren Kultur und Geschichte. Das war natürlich ein Mitgrund warum ich fünf Monate in Polen war. In Krakau lernte ich Andrzej Bednarczyk kennen, er ist derzeit Professor an der dortigen Akademia Sztuk Pięknych.
Wien
Wien bietet viel, auch die Wiener Kunstszene. Seit 1998 lebe und arbeite ich in Wien, meistens.
München
München hält sich für den Nabel der Welt. Walter De Marias Arbeit am Olympiaberg suchte ich vergebens, dafür haben sie vor zwei Jahren neben den großartigen Pinakotheken ein sehenswertes Museum für Moderne Kunst gebaut.
Graz
Nur wenige Steirische Künstlerinnen und Künstler bleiben in Graz, das ist eine Tatsache. Die Gründe hierfür liegen klar auf der Hand, die Stadt ist klein und kann deshalb der Vielfalt der Großstadt nicht nachkommen, obwohl Graz künstlerisch einiges zu bieten hat und sehr engagiert ist. Ich bin in Graz geboren und verbrachte dort meine Kindheit und Jugend – es ist eine schöne Stadt.
Berlin
Berlin macht Sinn. Ich kenne viele KünstlerInnen die nach Berlin ziehen, aber auch nach New York. London wäre eine schicke Alternative dazu.
Hamburg
In Hamburg gibt es viele gute Künstler, doch sind die Präsentationsmöglichkeiten und Subventionen für junge Kunst rar. Jonathan Meese, John Bock und Daniel Richter verbinde ich mit Hamburg. In Hamburg gab und gibt es nichts zu holen, so sind auch sie abgewandert.
Tokio
Als ich gegen 13:00 Uhr an einer Bushaltestelle stand, es war ein extrem heißer Juli, flog plötzlich ein Schatten über mein Gesicht. Der Schatten war weg und kam wieder. Ich blickte nach oben und sah einen mehr als handtellergroßen Schmetterling durch die Luft flattern. Von der Wiener Schule des Phantastischen Realismus ist die Bevölkerung Japans begeistert.
San Francisco
Das ist nun auch schon zehn Jahre her, danach war ich nie mehr dort, aber damals war es ein entspannter, kantenloser, vielleicht sogar langweiliger Ort. Für Europäer nichts außergewöhnliches.
Basel
Mein Bruder lebt in Basel. Basel kann man eigentlich mit Graz vergleichen, nur dass dort seit 37 Jahren die Art-Basel stattfindet, das ist natürlich ein Unterschied.
Biografie:
1980 geboren in Graz, Österreich
1999-2003 Studium der Malerei und Grafik, Diplom mit Auszeichnung
Universität für angewandte Kunst, Wien (Prof. Wolfgang Herzig)
Akademie der bildenden Künste, Wien (Prof. Hubert Schmalix)
Akademia Sztuk Pieknych, Krakau (Prof. Andrzej Bednarczyk)
2001 erste Einzelausstellung in der Galerie Peithner-Lichtenfels in Wien;
in Folge zahlreiche Ausstellungen und Projekte im öffentlichen Raum
im In- und Ausland
2006 MAK-Schindler Stipendium, Artists and Architects-in-Residence Program,
Los Angeles, Kalifornien
Öffentliche Sammlungen: Sammlung Leopold (Wien), Sammlung der Universität für angewandteKunst (Wien), Sammlung Bundeskanzleramt Kunstsektion (Wien), Sammlung der Stadt Wien (Wien),FH-CAMPUS 02 (Graz), Sammlung der Stadt Graz (Graz), Vatikanische Sammlung (Rom)
Alfredo Barsuglia ist derzeit Schindler-Stipendiat in Los Angeles
|

|


|
Alfredo Barsuglia
|

|