Der Hanns-Koren-Kulturpreis steht für Aufbruch, Wagnis,
Grenzüberschreitung, kurz für das konsequente Beschreiten neuer, noch vielfach
unbequemer Wege. Für den Preisträger oder die Preisträgerin im Gedenkjahr wäre
es stimmig, wenn er oder sie ein Zeitzeuge/eine Zeitzeugin und
Arbeitspartner/Arbeitspartnerin wäre. Für Horst Gehard Haberl trifft all dies
zu.
Der
am 28. Oktober 1941 in Graz geborene Kulturarbeiter wechselte nach seinem nicht
abgeschlossenen Studium der Kunstgeschichte als Art Director und Werbechef zum
Schuhunternehmen „Humanic“. Ebendort kreierte er eine innovative, kunst-, und
künstlerbezogene Webelinie („Franz“), die auch heute noch als beispielgebend
für die österreichische Werbegeschichte gilt.
Etwa
zur selben Zeit arbeitete er an heute legendären „trigon“-Biennalen in Graz mit
und gehörte dem Programmbeirat des „steirischen herbstes“ an. In den frühen
70-er Jahren war Haberl Mitbegründer der Kunstproduzentengruppe „pool“ und
Mitherausgeber der „pool“-Zeitschrift „pfirsich“. Als Gründer und Leiter der
„galerie H“ am Verwaltungssitzu der Firma Humanic förderte Haberl den Dialog
zwischen Wirtschaft und schwieriger, weil zeitgenössischer Kunst.
Der
mit dem Staatspreis für Werbung ausgezeichnete Grazer leitete fünf Jahre lang
das Kulturressort der Tageszeitung „Kleine Zeitung“ und realisierte optisch wie
inhaltlich bedeutsame Reformen. 1989 wurde Haberl zum Intendanten des
Gerade-Noch-Avantgardefestivals „steirischer herbst“ berufen, wo er gemeinsam
mit dem Philosophen Peter Strasser die „Nomadologie der 90-er Jahre“ ausrief
und bundesweit wie international Akzente setzte. Der „steirische herbst“ unter
Haberl hatte noch den später zur Floskel verkommenen Laborcharakter, avancierte
zu einer multimedialen Denkfabrik.
Zeitgleich
mit der „herbst“-Intendanz wurde Horst Gerhard Haberl zum Professor für
Kunstvermittlung und Designtheorie an der Hochschule der Bildenden Künste Saar,
Saarbrücken, ernannt, der er ab 1993 als Rektor vorstand.
Der
Herausgeber, Autor und Ausstellungsmacher (z.B. „Körpersprache/Bodylanguage“)
brach nach dem Ende seiner „herbst“-Intendanz (1995) mit Graz und der
Steiermark, seine Kreativ-Leistung für das Land blieb weitgehend unbedankt.
Auch aus diesem Grund wäre eine Würdigung von Horst Gerhard Haberl mit dem
Hanns-Koren-Kulturpreis von Bedeutung.
Die
Jury:
Dr. Johannes KOREN
Mag.
Martin BEHR
Dompfarrer Gottfried LAFER
Prof. Mag. Dr. Ernst LASNIK
HR. Dir. Dr. Ewald
PRESKER
Prof. Edith TEMMEL
Mag. Christa EISNER, A9 Kultur – in Stellvertretung des Vorsitzenden
Landeshauptmann-Stv. Dr. Kurt FLECKER
Mit
16.10.2006 hat die Steiermärkische Landesregierung aufgrund des Juryvorschlages Horst Gerhard Haberl als Hanns-Koren-Kulturpreisträger 2006
bestätigt
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