Für
auszeit, das Hanns Koren Bedenkjahr
2006, schrieb Wilhelm Hengstler das Drehbuch und führte Regie zum Film Hanns durch die Zeit. Die ARGE Hanns –
das sind Hengstler mit lamettaVision, Markus Haslinger mit XXKunstkabel und Christian
Marczik mit Intro Graz Spection – produzierte den 60-Minuten-Spielfilm, dessen
Handlung sich um ein Treffen des plötzlich wieder anwesenden Kulturpolitikers
Hanns Koren mit dessen Freund, dem Architekten Victor, dreht. Während eines
Essens im zum Restaurant umgebauten Forum Stadtpark unterhalten sich Koren,
dargestellt von dessen Sohn Erhard, und der Architekt, verkörpert von Stefan
Wancura, über aktuelle und historische Fragen zu Kunst und Kultur. Die fortwährende
Wiederaufnahme des Gespräches wird zur ironischen Paraphrase des
Kulturbetriebes, dessen Motive sich stets wiederholen und doch jedes Mal wieder
für einmalig gehalten werden. Wenzel Mraček führte mit Wilhelm Hengstler ein
Gespräch.
W. Mraček: Der Film versetzt Hanns
Koren in die Fiktion einer Gegenwart. Die Filmfigur als eine Art Wiedergänger
zu verstehen, dürfte aber wohl zu kurz greifen?
W.
Hengstler: Ich glaube, dass jeder der an Kunst und Kultur interessiert ist
viele Details in dem Film finden wird, die er so oder gegenteilig erlebt oder
erlebt hat. Der Film ist aber nicht biografisch angelegt, sondern hat vielmehr
den Mythos Hanns Koren zum Vorbild. Ein glücklicher Trick im Film ist, dass
Hanns Koren von seinem Sohn Erhard gespielt wird, der ihm nicht nur verblüffend
ähnlich sieht, sondern auch Sprechduktus und Gesten seines Vaters besser
wiedergibt, als jeder andere das könnte. Insofern ist das ein getreues Abbild
von Hanns Koren.
Während Victor sich immer wieder
aufmacht, rechtzeitig zum Treffen mit Hanns Koren ins Forum Stadtpark zu
kommen, ist Koren einfach immer schon da. Der Großteil des Films handelt dann
vom Gespräch der beiden.
Die
Filmfigur Koren funktioniert als Katalysator, der jemanden aus dem
Kulturbetrieb dazu bringt, sich zu äußern. – Es ist eigentlich wie in einem
Wildwestfilm. In Vera Cruz redet Burt Lancaster und redet und redet, während
Gary Cooper nur manchmal „yeh“ sagt oder „aha“. Das spornt den Lancaster wieder
an, aber der eigentliche Held ist Gary Cooper beziehungsweise Hanns Koren; es
ist ein dramaturgischer Trick. Natürlich versucht der Film, Charakteristika von
Koren herauszuarbeiten – seine Ungleichzeitigkeit, sein Hängen an der
Tradition, sein Interesse für die Gegenwart, seine Neugierde auf die Zukunft,
sein Sensorium für Chancen über Grenzen hinweg.
Mir ist aufgefallen, dass
Spiegelungen und variierte Wiederholungen offenbar Konzept sind.
Der
Film ist natürlich eine Orgie von Reflexionen und Selbstreflexionen. Das Forum
Stadtpark als Kunstinstitution erscheint im Film umgebaut. Die Handlung selbst
wird dreimal begonnen und variiert, verweist aber in jeder wieder auf die
anderen beiden Variationen. Das Gespräch verläuft inhaltlich nicht
chronologisch, sondern entspricht einer permanenten Gleichzeitigkeit; der Sohn
spielt den Vater, dazu kommen immer wieder Spiegelungen in der Fensterfront des
Forums.
Wie lange habt ihr gedreht? Wann kann
man den Film sehen?
Wir
haben zwei Tage und eine Nacht gedreht, für die Außenaufnahmen kam ein weiterer
Tag dazu. Die Premiere findet am 5. Dezember um 19.00 Uhr im UCI Annenhofkino
statt. Weitere Aufführungen gibt es am 6. Dezember um 21.00 Uhr und am 7.
Dezember um 17.00 Uhr.
Informationen zu Hanns durch die Zeit unter http://hannsdurchdiezeit.g03.net
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Alexandra Herzog (Regieassistenz, Schnitt) und Wilhelm Hengstler
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