Es war Hanns Koren gegeben, vielen Mitmenschen letzte Anlaufstation zu sein, wenn sie nicht mehr ein oder aus wussten oder ganz einfach Förderung in materieller oder geistiger Hinsicht brauchten. Mit ihm, den Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger einmal den „Erzherzog Johann unserer Tage“ genannt hatte, ging einer dahin, der in der Tat im Geist des Steirischen Prinzen dachte, lebte, förderte, provozierte, schlichtete, Türen öffnete und nie eine zuschlug. Das böse, vernichtende und neidische Wort war ihm ebenso fremd, wie er um die Bedeutung des guten Wortes wusste und danach handelte. Hanns Koren war es auch, von dem anlässlich seines 75. Geburtstages ein Freund, Prof. Franz Taucher, sagte: “Er hat als Kulturpolitiker, als Gelehrter und Schriftsteller vieles bewegt, also in Leben verwandelt, was im Unbewegten verharrt, manches aufgehoben und ins Licht gerückt, was ungesehen im Dunkel verblieben wäre“. Hanns Koren war einer, der allerdings auch wusste, dass sein Leben und Wirken nicht nur schattenloses Glück bedeuten konnte. Er wusste – und musste es am eigenen Leib erfahren -, dass Missverständnisse und Missdeutungen nicht ausbleiben können, „wenn in der Planung einer Lebensarbeit anscheinend so viel Widersprüchliches nebeneinander einhergeht oder gegeneinander gestellt sein muß“. In seiner Arbeit litt er oft unter dem Unverständnis mancher Zeitgenossen, vor allem wenn sie aus dem Kreis seiner Gesinnungsfreude kamen, aber auch unter den Giftpfeilen anonymer Briefschreiber oder unter den oft nur noch destruktiv angelegten Aussagen mancher Kritiker.
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